Wenn Liebe allein nicht reicht

Der Kampf einer Mutter um ihren Sohn

Berührende Einblicke in das Leben einer Mutter mit ihrem autistischen Sohn. Jenny Lexhed und ihr Mann glauben sich auf der Sonnenseite des Lebens: Sie sind glücklich verheiratet, haben ihr Traumhaus gekauft und auch ihre gemeinsame Firma läuft bestens. Als ihr Sohn Lucas geboren wird, scheint das Glück perfekt.

Doch bald schleichen sich Angst und Sorgen in den Familienalltag: Lucas ist nicht wie andere Kinder. Was am Anfang nur das unbestimmte Gefühl seiner Mutter ist, bestätigt sich: Lucas ist autistisch. Er wird vielleicht nie sprechen können, nie in der Lage sein, Gefühle zu zeigen oder mit anderen Menschen eine Beziehung aufzubauen.

Für Jenny ist das nicht akzeptabel, sie will ihrem Sohn helfen - um jeden Preis. So kämpft sie wie eine Löwin, damit Lucas eine Kindheit erleben kann wie alle anderen auch. Alles was ihm gut tun könnte, wird angeschafft oder organisiert. Gegen große Widerstände von Kindergärten, Schulen, ämtern - aber auch von Lucas selbst - setzt Jenny durch, dass ihr Sohn jede erdenkliche Förderung bekommt.

Doch für ihren unermüdlichen Einsatz zahlt sie einen hohen Preis: Völlig erschöpft und wegen einer Psychose wird sie zwangsweise in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Hier muss Jenny über Monate hinweg wieder lernen, auch für sich selbst zu sorgen. Denn nur wenn es ihr gut geht, kann sie stark für Lucas sein. Und letztendlich muss sie einsehen, dass es Grenzen gibt, die selbst eine liebende Mutter nicht überwinden kann.

Jenny Lexhed ist Master of Engineering, Geschäftsführerin für Kommunikation sowie Mitgründerin von "Talarforum", einer Firma, die sich auf die Vermittlung von Rednern und Ausbildern spezialisiert hat. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Nacka in der Nähe von Stockholm.

jenny@jennylexhed.com

Ich habe ”Wenn Liebe allein nicht reicht bei einer Autismustagung in Stockholm in der Originalfassung auf schwedisch von der Autorin persönlich zum Lesen erhalten, nachdem ich in meinem Vortrag ueber die Situation von Eltern und Geschwistern von Kindern mit Autismus gesprochen hatte”. Mir sind sowohl die deutschsprachigen Länder als auch Schweden gut vertraut. Ich kenne die deutsche Uebersetzung des Buches nicht, setze aber aus, dass sie gelungen ist. Es gibt gewisse Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland (z.B. Gesundheitssystem, Rolle der Frau etc.), die aber nicht entscheidend fuer die Uebertragbarkeit des Werkes auf Verhältnisse ueber die Grenzen Schwedens hinaus sind. Ich habe recht viele persönliche Schriften ueber Autismus aus vielerlei Perpektiven gelesen, und denke trotzdem, dass dieses Werke Aspekte enthält, die ich in dieser Form andernorts noch nicht gesehen habe.

Die Autorin, Jenny Lexhed, steht im Mittelpunkt des Buches. Sie schildert in gleichermassen anschaulicher wie authentischer, offener und alltagsnaher Weise, wie ihr erstes Kind, ihr autistischer Sohn Lucas, ihr Leben und Erleben verändert. Ihr Blick auf sich selbst, ihren Sohn, ihren Mann, ihre Verwandten, Freunde, die Gesellschaft und ihre Institutionen werden hinterfragt und in Frage gestellt. Diese Reise hat viele Facetten: Suche, Zweifel, Wut, Angst, Trauer, Erschöpfung, Dunkelheit, aber auch, und am Ende zunehmend, mehr Licht, Freude und Optimismus. Das Buch ist kämpferisch und fordernd. Resignation kommt nicht in Frage, nur Lösungen durch unermuetliches Engagement. Lesen Sie das Buch und lernen Sie, wie Jenny, Lucas und ihre Familie lernen, das Leben zu meistern!

Sven Bölte, PhD, Professor of Child & Adolescent Psychiatric Science